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Regionalmanagement untersucht Logistik-Potential in Mittelhessen
Studie zur Clusterbildung in Wachstumsbranche in Auftrag gegeben
Von jeher führen teils uralte Handelswege durch Mittelhessen, deren Vorhandensein bis heute die Voraussetzung für die Ansiedlung von Unternehmen ist. Anbieter, vor allem aber Nachfrager von logistischen Leistungen werden seit September 2010 vom Beratungsunternehmen „Railistics“ im Rahmen einer Studie befragt, um die Voraussetzungen zur Einrichtung eines Logistikclusters auszuloten. Die in der Region bereits tätigen Experten von Railistics hatten sich an einer Ausschreibung von MitteHessen beteiligt und diese gewonnen. Besonderes Augenmerk der Studie liegt darauf, wie sich die Entwicklung der Logistik in Mittelhessen von anderen Regionen unterscheidet, um die Wirtschaftsbranche spezifisch unterstützen zu können. Dabei sollen mögliche Themenschwerpunkte, konkrete Projekte und gewünschte Formen der Zusammenarbeit herausgearbeitet werden: „Die Einbindung der Unternehmen ist für die Akzeptanz eines solchen Vorhabens enorm wichtig “, erläutert Regierungspräsident a.D. Wilfried Schmied, Vorsitzender des Vereins MitteHessen. „Wir wollen im Endeffekt nicht nur die Bekanntheit Mittelhessens als Wirtschafts- und Logistikstandort verbessern, sondern insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit und die Marktchancen der hiesigen Unternehmen stärken,“ betont Schmied, der darauf verweist, dass die Region sich durch die Kombination aus günstiger Lage, guter Anbindung und starkem Industriebesatz auszeichnet: „Diese Faktoren bieten Potentiale der Weiterentwicklung, die wir nutzen wollen, eventuell durch die Gründung eines Clusters.“
Cluster bringt Koordinierung und Synergien
Ein Cluster ist ein Netzwerk, in dem sich verschiedene Akteure einer Branche freiwillig und zum gegenseitigen Nutzen engagieren; dies kann durch Synergieeffekte in der Wertschöpfungskette, aber auch durch Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft passieren. Hier gelte es Kontakte herzustellen, Erfahrungen auszutauschen und so voneinander zu profitieren. „Der Prozess ist auf der auf dem mittelhessischen Gemeinschaftsstand auf der Gewerbeimmobilien-Messe Expo Real in München angestoßen worden“, erklärt der verantwortliche Regionalmanager Jens Ihle, der über die Förderung des Landes Hessen im Zuge der Clusterinitiative aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sehr dankbar ist. „In 60 persönlichen Interviews möchten wir herausfinden, wo die Unternehmen der Schuh drückt, und bekommen so eine konkrete Handlungsempfehlung von den Praktikern. Dabei erfahren wir immer wieder, wie viele Arbeitsplätze mittelbar und unmittelbar von der Logistik abhängen“, erklärt Ihle, der insbesondere das Potential für den Arbeitsmarkt der Region betont: Mittelhessen, das im Oktober 2010 das erste Mal eine niedrigere Arbeitslosenquote als das Rhein-Main-Gebiet aufzuweisen hatte, sei zwar eine Wissensregion. „Doch gerade Logistikunternehmen bieten Arbeitsplätze auch für an- und ungelernte Arbeitskräfte“, so Ihle, der sich auf den aktuellen Logistik-Indikator des Instituts für Weltwirtschaft bezieht, der im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik erstellt wird: Der Klimawert legte zuletzt um 7 Zähler auf 154,6 Punkte zu und reicht jetzt knapp an die bislang gemessenen Spitzenwerte aus der ersten Jahreshälfte 2007 heran. Fast drei von vier Befragten schätzen ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut ein: Mit 160,8 Punkten – das ist ein Zuwachs um gut 15 Zähler – setzt sich die kräftige Aufwärtsentwicklung aus den Vorquartalen fort und erreicht den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006. „An diesem Aufschwung soll die Region Mittelhessen partizipieren und durch ihr gestärktes Logistikprofil weiter wachsen“ fasst Wilfried Schmied die Zielsetzung der Studie, die im März 2011 fertig sein soll, zusammen.


