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Interview mit der Geschäftsführung des Regionalmanagementvereins MitteHessen anlässlich der Kommunalwahlen in Mittelhessen

„Die Region Mittelhessen braucht ihre Städte und Gemeinden“

13.05.2011 • MitteHessen, der Regionalmanagementverein für Mittelhessen, wurde 2003 von 23 Mitgliedern gegründet und hat im achten Jahr seines Bestehens 97 Mitglieder. Im Rückblick auf die Kommunalwahlen in Mittelhessen standen die Geschäftsführer des Vereins für ein Interview zur Verfügung.

Portrait der beiden Geschäftsführer des Regionalmanagementvereins

Beate Hammerla (rechts) und Dr. Matthias Leder, ehrenamtliche Geschäftsführer von MitteHessen e.V.

Frage: Die (mittel)hessischen Kommunalwahlen sind vorbei, der Verein MitteHessen und die Mitgliedschaft von Kommunen waren im Wahlkampf öfters Thema – befürworten Sie das?

Dr. Matthias Leder: Auf jeden Fall, wir finden es gut, wenn in den Städten und Gemeinden über das Regionalmanagement gesprochen wird. Wir fördern die Diskussion über den Nutzen des Vereins und haben bewusst alle Bürgermeister zu einem Gespräch eingeladen und danach angeschrieben. Es gab sogar einen Bürgermeister-Kandidaten, der gesagt hat: werde ich gewählt, dann soll die Gemeinde Mitglied bei MitteHessen werden. Er hat die Wahl gewonnen.

Frage: Die Wahlen haben in einigen Kommunal-Parlamenten die Mehrheiten verändert – wie schätzen Sie die Folgen der Wahlergebnisse ein?

Beate Hammerla: Wir hoffen, dass die Neu-Konstituierung der Parlamente von den mittelhessischen Kommunen, die noch nicht Mitglied bei MitteHessen sind, genutzt wird, neu über einen Beitritt zum Verein nachzudenken. Neue Mehrheiten können da vielleicht hilfreich sein. Die Mitgliedsbeiträge werden bei der Prüfung der Haushalte nicht als freiwillige Leistung behandelt, das hat Regierungspräsident Dr. Lars Witteck klar geregelt.

Frage: Von den 97 Mitgliedern sind 10 Städte und Gemeinden. Sind Sie damit zufrieden?

Dr. Matthias Leder: Nein, ganz und gar nicht, vor allem nicht, wenn man weiß, dass es 101 Kommunen in Mittelhessen gibt. Von denen sind gerade mal 10 Prozent Mitglied, da ist wirklich noch viel Potential vorhanden. In den letzten beiden Jahren hatten wir nur Unternehmen als Neu-Mitglieder. Darüber freuen wir uns sehr, aber wir wollen kein Wirtschaftsverein sein. Gerade der Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik bzw. Verwaltung ist das maßgebliche Merkmal von MitteHessen.

Frage: Wie vertreten Sie denn die Interessen der Kommunen?

Beate Hammerla: Nach unserer Satzung unterstützen wir als Verein den Wirtschaftsraum Mittelhessen in seiner Entwicklung und finden gemeinsame Lösungen für regionale Aufgaben. Was das konkret bedeutet, bestimmen unsere Mitglieder, die sich in den Arbeitskreisen engagieren: zum Beispiel gibt es 2011 bereits das sechste Mal einen öffentlich-privat finanzierten Gemeinschaftsstand auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real, auf dem kommunale und privatwirtschaftliche Mitglieder ausstellen, das könnte sich niemand alleine leisten. Oder einen Breitbandberater, der Kreisen und Kommunen beim Anschluss an das schnelle Internet zur Seite steht. Letztlich ist es wie in einem Sportverein: wer Mitglied ist, spielt in der Mannschaft mit und kann auch gewinnen. Als Mitmachverein laden wir alle dazu ein, Mitglied zu werden. Und sowohl die Vorstände als auch wir Geschäftsführer bieten an, Rede und Antwort vor Ausschüssen oder Parlamenten zu stehen, um Überzeugungsarbeit zu leisten.

Frage: Wenn Sie den Nutzen des Vereins für eine Kommune darstellen sollen, was sagen Sie da?

Dr. Matthias Leder: Von MitteHessen profitieren wirklich alle: Monetär zum Beispiel – wir bringen zusätzliches Geld von außen in die Region. Auf einen Euro Mitgliedsbeitrag wurden 2009 zusätzliche 0,60 EUR Fördergeld eingeworben. 2010 waren es 0,77 EUR und 2011 werden es 0,95 EUR sein. Infrastrukturell – als Region hat unsere Stimme viel mehr Gewicht bei den Entscheidern der Deutschen Bahn, in Wiesbaden, Berlin oder Brüssel als eine einzelne Kommune. Für das Marketing – den Mittelhessen-Stand auf der Expo Real kann niemand übersehen. Dabei wollen wir niemand eine Identität überstülpen, aber was spricht denn gegen eine Positionierung von „Schwalmtal in der Region Mittelhessen“, oder dem „Goldenen Grund in der Region Mittelhessen“ um willkürlich zwei Beispiele zu nennen. Wir als Verein sind für die Region da und machen Strategisches Regionalmanagement, das heißt: Vernetzung und Stärkung anhand des Leitbildes für Mittelhessen und Regionalmarketing, also die anschließende Vermarktung. Je mehr Partner da mitmachen, umso besser werden wir: die Region Mittelhessen braucht ihre Städte und Gemeinden! Wer mithelfen will, die Strategie umzusetzen, ist herzlich willkommen!

Beate Hammerla und Dr. Matthias Leder bilden die ehrenamtliche Geschäftsführung des Vereins MitteHessen. Im Hauptamt sind sie Geschäftsführerin bzw. Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg. Sie werden unterstützt durch ein Team von fünf hauptamtlichen Mitarbeitern und arbeiten mit dem achtköpfigen ehrenamtlichen Vorstand zusammen.

 
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