Serie: Weiterbildung zahlt sich aus

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Im Herbst 2011 starteten der Gießener Anzeiger und die Zeitungsgruppe Lahn-Dill in Kooperation mit dem Arbeitskreis Weiterbildung im Regionalmanagement Mittehessen eine Artikelserie zum Thema berufliche Weiterbildung. Vorgestellt werden Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Beweggründen als Erwachsene noch einmal die Schulbank gedrückt haben. Eines ist den Portraitierten allerdings gemeinsam: für sie alle hat sich die Mühe gelohnt: Jobsicherheit, neue Berufsperspektiven oder ein gelungener Wiedereinstieg ins Arbeitsleben haben ihre Weiterbildungsbiografien zu ganz persönlichen Erfolgsgeschichten gemacht.

Teil

  1. Weiterqualifizierung in der Buchhaltung
  2. Nach Weiterbildung ausländische Gäste in Heimatsprache empfangen
  3. Vom Erzieher zum Vikar
  4. Vom Ingenieur zum Busfahrer
  5. Verkäuferin, Gabelstaplerfahrerin, Seniorenbetreuung
  6. Ausbildung zum Elektroniker
  7. Vom Fachpacker zum Staplerfahrer
  8. Umschulung zur Altenpflegerin
  9. Traumjob als Verkäufer
  10. Weiterbildung zum Techniker und Betriebswirt

Alle sind damit Vorbilder und können, andere Menschen motivieren sich auch auf den Weg zu machen.

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Serie des Arbeitskreises Weiterbildung im Verein MitteHessen, Teil 3

Vom Erzieher zum Vikar

24.09.2011 • „Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen nach Stabilität und beruflicher Kontinuität suchen, aber das ist ist in der heutigen Zeit einfach unrealistisch.“ – Es klingt gar nicht akademisch, wenn Dirk Kroker dies formuliert, denn es resultiert aus dem beruflichen Werdegang des heute 47-jährigen. Der vierfache Vater hat in seinem Berufsleben etliche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie berufsbegleitende Qualifizierungen gemacht. Aktuell ist er Vikar der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in der evangelischen Kirchengemeinde Riebelsdorf und Rückershausen im Knüll.

Portrait von Dirk Kroker

Dirk Kroker

Wissen und Fähigkeiten der Berufsausbildung und der ersten Berufsjahre genügen in den meisten Fällen nicht mehr, um eine Berufslaufbahn erfolgreich gestalten zu können. Der Begriff „Lebenslanges Lernen“ hat daher in den letzten Jahrzehnten steigende Aufmerksamkeit erfahren und Einzug in viele bildungspolitische Konzepte gefunden. Lebenslanges Lernen – die Berufsbiografie von Dirk Kroker hätte für viele Bildungsexperten vermutlich Vorbildcharakter, wenn sie denn davon wüssten. Viele Jahre hat sich der gebürtige Bad Hersfelder berufsbegleitend weitergebildet und seine Wissen im Sozialbereich gezielt erweitert. Nach seiner Ausbildung zum Erzieher und Diakon in Hephata arbeitete er fünf Jahre als Gemeindediakon in Burgsolms und Duisburg. Anschließend wechselte er in die Jugendhilfe Hephata, für die er fast 15 Jahre, davon zehn Jahre als Gruppenleiter tätig war. In dieser Zeit studierte er neben diversen berufsorientierten Fortbildungen berufsbegleitend Diplomsozialarbeit und erwarb ebenfalls berufsbegleitend die Zusatzqualifikation zum Gruppenleiter. Bevor er eineinhalb Jahre im Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in Marburg Auszubildende zu den Möglichkeiten ausbildungsbegleitender Hilfen beriet, entschloss sich Kroker bereits 2001 noch einmal für einen beruflichen Neuanfang. „Ohne Weiterbildung ist es mir immer rasch langweilig geworden und Pfarrer wollte ich eigentlich schon immer werden“, begründet Kroker sein neuerliches Umschwenken.

Er schrieb sich für den ersten Masterstudiengang 2007 in Theologie an der Marburger Universität ein. Auch der zwischenzeitliche Verlust des Arbeitsplatzes und die Scheidung konnten ihn nicht davon abbringen, seinen Berufswunsch stringent weiter zu verfolgen. „Es war persönlich eine schwierige Zeit und fachlich durchaus anspruchsvoll“, erinnert sich Kroker an sein Studium. Aber gerade das habe ihn auch angespornt. 2010 schloss er das Masterstudium erfolgreich ab und auch die nächste Hürde, das Tentamen, eine mündliche Prüfung zum Thema der Masterarbeit vor einer Kommission, meisterte er erfolgreich. Nach dem zweijährigen Vikariat, an dessen Ende ebenfalls noch diverse Prüfungen erfolgreich zu bestehen sind, erhofft er sich, als Pfarrer eine Stelle anzutreten, in der er sein berufliches Erfahrungswissen bündeln kann.

Angesichts dieses Durchhaltevermögens und seiner vielen beruflichen Qualifizierungen ist Kroker der Traum der Personalchefs, könnte man meinen. Kroker sieht das realistischer: „Weiterbildung wird von Arbeitgebern natürlich schon positiv gesehen“, sagt er mit Blick auf die Bewerbungsgespräche, „genauso wichtig ist, mit seinen Schwächen und Defiziten offen umzugehen und diese einer ständigen Weiterbearbeitung zu unterziehen“.

Gerade dieser Aspekt reizt ihn besonders. Jede berufliche Weiterqualifikation beinhalte schließlich auch eine persönliche Weiterentwicklung: „Niemand wird perfekt geboren und in einer Zeit sich ständig verändernder Lebensanforderungen auch im privaten Bereich ist die intensive Betrachtung und Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit unabdingbar“, sagt Kroker.

 
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