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Serie: Weiterbildung zahlt sich aus

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Im Herbst 2011 starteten der Gießener Anzeiger und die Zeitungsgruppe Lahn-Dill in Kooperation mit dem Arbeitskreis Weiterbildung im Regionalmanagement Mittehessen eine Artikelserie zum Thema berufliche Weiterbildung. Vorgestellt werden Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Beweggründen als Erwachsene noch einmal die Schulbank gedrückt haben. Eines ist den Portraitierten allerdings gemeinsam: für sie alle hat sich die Mühe gelohnt: Jobsicherheit, neue Berufsperspektiven oder ein gelungener Wiedereinstieg ins Arbeitsleben haben ihre Weiterbildungsbiografien zu ganz persönlichen Erfolgsgeschichten gemacht.

Teil

  1. Weiterqualifizierung in der Buchhaltung
  2. Nach Weiterbildung ausländische Gäste in Heimatsprache empfangen
  3. Vom Erzieher zum Vikar
  4. Vom Ingenieur zum Busfahrer
  5. Verkäuferin, Gabelstaplerfahrerin, Seniorenbetreuung
  6. Ausbildung zum Elektroniker
  7. Vom Fachpacker zum Staplerfahrer
  8. Umschulung zur Altenpflegerin
  9. Traumjob als Verkäufer
  10. Weiterbildung zum Techniker und Betriebswirt

Alle sind damit Vorbilder und können, andere Menschen motivieren sich auch auf den Weg zu machen.

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Serie des Arbeitskreises Weiterbildung im Verein MitteHessen, Teil 5

Verkäuferin, Gabelstaplerfahrerin, Seniorenbetreuung: Weiterbildungskarriere von Heidrun Rühl

08.10.2011 • „Es hat mich schon bestärkt, dass man hier keine Nummer ist“ - Heidrun Rühl ist der persönliche Kontakt wichtig. Und genau den hat die gelernte Verkäuferin mit festen Ansprechpartnern im Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft (BWHW) gefunden. Deren Weiterbildungsangebote und Verbindungen in die heimische Wirtschaft halfen ihr, nach vielen Jahren Pause und Arbeitslosigkeit den beruflichen Wiedereinstieg zu schaffen.

Portrait von Heidrun Rühl

Heidrun Rühl

Bis 1993 stand die gelernte Verkäuferin aus Mücke mit beiden Beinen fest im Berufsleben. Sie arbeitete beim Army & Air Force Exchange Service (AAFES) in Gießen-Rödgen – aber nicht im Vertrieb oder Verkauf, sondern als Gabelstaplerfahrerin. Nach der Geburt des ersten ihrer zwei Kinder 1993, hörte sie dort auf und kümmerte sich wie viele Frauen in vergleichbaren Situationen ausschließlich um die Familie. Nach sechs Jahren Familienzeit fing sie als Reinigungskraft wieder an zu arbeiten. Ihre persönliche Situation änderte sich grundlegend, als ihre Ehe in die Brüche ging und sie 2003 plötzlich als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern dastand. „Es war eine schwierige Zeit, auch weil es keine friedliche Trennung war“, erzählt sie rückblickend. Als alleinerziehender Mutter war Heidrun Rühl auch die berufliche Perspektive abhanden gekommen: „Verkäuferin kam wegen der unpassenden Arbeitszeiten nicht in Frage, andere Stellen habe ich einfach nicht gefunden.“

Ihre Situation habe sich erst mit der Weiterbildungsmaßnahme beim BWHW im Sommer des vergangenen Jahres geändert - „grundlegend“, wie sie betont. Vier Monate dauerte der Lehrgang modulare berufspraktische Weiterbildung (mbW) im Bereich Wirtschaft und Verwaltung, währenddessen sie auch ein dreimonatiges Praktikum im Procon-Seniorenzentrum in Homberg (Ohm) als Präsenzkraft absolvierte. Dort konnte sie mit ihren neuen beruflichen und persönlichen Fähigkeiten offenbar überzeugen. Nach Abschluss wurde sie dort übernommen. „Die Stelle ist zwar zunächst auf ein Jahr befristet, aber ich hoffe, dass es dann weitergeht“, sagt Rühl zuversichtlich. Auch weil sie die Arbeit mit Senioren schätzen gelernt hat, und sich weiter qualifizieren will. Seit Anfang September dieses Jahres absolviert sie über das Auditorium Südwestfalen in einem Seniorenzentrum in Fernwald den zertifizierten Kurs zur Alltagsbegleiterin mit Schwerpunkt Gerontopsychatrie. Dass sie eine Stelle angeboten bekommen hat, mache sie schon ein wenig stolz, es sei schon auch ein Würdigung ihrer Arbeit, erzählt Heidrun Rühl.

Auch über das BWHW ist die 44-Jährige voll des Lobes: „Ich glaube ohne die persönliche Unterstützung und Angebote hätte ich den Anschluss an das Berufsleben nicht mehr geschafft. Gerade das persönliche Umfeld hier und der Rückhalt in der Gruppe hat mir Selbstbewusstsein gegeben und neue Perspektiven eröffnet. Ich kann Frauen in ähnlichen Lebensumständen nur ermutigen, den Schritt zu neuen Ufern zu wagen.“

Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft

Das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. betreut im Vogelsberg derzeit ca. 200 Jugendliche und Erwachsene. Die Beauftragung und Zuweisung der beruflichen Bildungsmaßnahmen erfolgt über die Agentur für Arbeit und die Kommunale Vermittlungsagentur des Vogelsbergkreises. Das Bildungswerk engagiert unter anderem sich in den Bereichen Berufsorientierung und -vorbereitung, Ausbildung, berufliche Qualifizierung und Rehabilitation sowie Integration. Weitere Informationen sowie Zugangsvoraussetzungen unter www.bwhw.de

 
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