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Serie: Weiterbildung zahlt sich aus
Im Herbst 2011 starteten der Gießener Anzeiger und die Zeitungsgruppe Lahn-Dill in Kooperation mit dem Arbeitskreis Weiterbildung im Regionalmanagement Mittehessen eine Artikelserie zum Thema berufliche Weiterbildung. Vorgestellt werden Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Beweggründen als Erwachsene noch einmal die Schulbank gedrückt haben. Eines ist den Portraitierten allerdings gemeinsam: für sie alle hat sich die Mühe gelohnt: Jobsicherheit, neue Berufsperspektiven oder ein gelungener Wiedereinstieg ins Arbeitsleben haben ihre Weiterbildungsbiografien zu ganz persönlichen Erfolgsgeschichten gemacht.
Teil
- Weiterqualifizierung in der Buchhaltung
- Nach Weiterbildung ausländische Gäste in Heimatsprache empfangen
- Vom Erzieher zum Vikar
- Vom Ingenieur zum Busfahrer
- Verkäuferin, Gabelstaplerfahrerin, Seniorenbetreuung
- Ausbildung zum Elektroniker
- Vom Fachpacker zum Staplerfahrer
- Umschulung zur Altenpflegerin
- Traumjob als Verkäufer
- Weiterbildung zum Techniker und Betriebswirt
Alle sind damit Vorbilder und können, andere Menschen motivieren sich auch auf den Weg zu machen.
Serie des Arbeitskreises Weiterbildung im Verein MitteHessen, Teil 2
Ausländische Gäste in Bad Endbach werden dank Weiterbildung in ihrer Sprache begrüßt
Gedacht, gemacht, könnte man formulieren. Seit vier Jahren nimmt die Mitarbeiterin in der Tourist und Marketing-Abteilung der Gemeinde regelmäßig an den Sprachintensiv-Kursen Englisch teil. „Der letzte Auslöser dafür war 2008 ein Besuch von 15 Australiern bei uns in Bad Endbach. Die standen bei uns im Büro und keiner von Ihnen sprach auch nur ein Wort Deutsch“, erinnert sich Müller. Sie sei allein gewesen, habe daher auch nicht auf die Hilfe einer Kollegin zurückgreifen können. „Wir konnten uns zwar mit Händen und Füßen verständigen, aber es war mir schon ein wenig unangenehm, die Gäste nicht professioneller bedienen zu können.“ Das sollte ihr nicht noch einmal passieren, habe sie sich geschworen, und sich auf die Suche nach einem passenden Weiterbildungsangebot gemacht. Fündig wurde die gebürtige Vogtländerin, die seit 1985 in Mittelhessen lebt, bei der Volkshochschule Marburg: Ein Englisch-Intensivkurs sollte ihre Schulkenntnisse auffrischen und arbeitstauglich machen. Seit vier Jahren büffelt Ute Müller nun schon in den Sommerferien in Marburg past tense und present perfect. Für ihre persönliche Weiterbildung, die in erster Linie ihrem Arbeitgeber zugutekommt, nimmt sie Einiges in Kauf: „Neben der Woche Bildungsurlaub opfere ich auch immer eine Woche meines eigenen Urlaubs dafür“, erzählt die Mutter zweier erwachsener Kinder. Und auch Kursgebühren und Fahrkosten habe sie die ersten drei Jahre selbst getragen. Erst in diesem Sommer bekam sie über den Bildungsscheck des Landes Hessen 50 Prozent der Kursgebühr erstattet. „Das waren immerhin 100 Euro weniger, aber es wäre schon wünschenswert, wenn sich Arbeitgeber stärker an den Kosten für Weiterbildungsangebote beteiligen würde.“
Mit gemischten Gefühlen sei sie seinerzeit das erste Mal nach Marburg gefahren. Aber durch einen Einstufungstest sei sie sicher gewesen, nicht von den Lehrinhalten überfordert zu sein. „Das Kursniveau war aber trotzdem anspruchsvoll, am Abend wollte man erst einmal etwas anderes machen“, erzählt Müller. Angenehm seien die Stimmung im Kurs gewesen: „Wir hatten wirklich professionelle Lehrer, die sich in der Erwachsenenbildung auskannten. Die Teilnehmer waren eine bunte Mischung aus jungen Leuten, Studierenden, Arbeitslosen, Rentnern – alle möglichen eben“.
Nach vier Jahren will Müller im kommenden Sommer auch den letzten Kurs des inhaltlich aufeinander abgestimmten Angebots absolvieren. Aber schon jetzt sieht sie sich besser für ihren beruflichen Alltag gerüstet: „Es geht ja nicht nur um die bessere Betreuung der englischsprachigen Gäste vor Ort, ich habe auch neue Aufgaben übertragen bekommen wie die englischsprachige Korrespondenz oder auch mal die Übersetzung einer Anzeige“.
Auch wegen dieser Erweiterung ihres Berufsalltages, zieht die gelernte Industriekauffrau ein durchweg positives Fazit ihrer Weiterbildungsbemühungen: „Ausgezahlt hat es sich auf jeden Fall, ich gehe einfach mit einem sichereren Gefühlt zur Arbeit. Schön wäre es aber schon, wenn es auch im Öffentlichen Dienst derartige Sprachkurse geben würde, denn es gibt bestimmt noch mehr Menschen, die in diesem Bereich eine Weiterbildung machen wollen.“ Auch wenn 15 wissensbegierige Australier vielleicht die Ausnahme sind.
vhs Marburg-Biedenkopf
Die vhs Marburg-Biedenkopf führt seit 1988 als Bildungsurlaub anerkannte Schulungen in den Bereichen EDV und Sprachen durch. Mit Inhalten rund um den Office-Bereich bietet die Volkshochschule Marburg-Biedenkopf einwöchige Schulungen (mit 40 Unterrichtseinheiten) für Anfänger und Fortgeschrittene an. Diese Kurse werden über das ganze Jahr verteilt unter anderem auch speziell für Frauen angeboten. Die zweiwöchigen Sprachintensiv-Kurse umfassen 80 Unterrichtseinheiten, und finden immer in den ersten beiden Wochen der Sommerferien statt. In diesem Jahr haben 91 TeilnehmerInnen in acht Kursen Englisch, Wirtschaftsenglisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Neugriechisch, zum Teil auf unterschiedlichen Niveaustufen, gelernt. www.vhs.marburg-biedenkopf.de


