Serie: Weiterbildung zahlt sich aus

Logo Weiterbildung Mittelhessen

Im Herbst 2011 starteten der Gießener Anzeiger und die Zeitungsgruppe Lahn-Dill in Kooperation mit dem Arbeitskreis Weiterbildung im Regionalmanagement Mittehessen eine Artikelserie zum Thema berufliche Weiterbildung. Vorgestellt werden Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Beweggründen als Erwachsene noch einmal die Schulbank gedrückt haben. Eines ist den Portraitierten allerdings gemeinsam: für sie alle hat sich die Mühe gelohnt: Jobsicherheit, neue Berufsperspektiven oder ein gelungener Wiedereinstieg ins Arbeitsleben haben ihre Weiterbildungsbiografien zu ganz persönlichen Erfolgsgeschichten gemacht.

Teil

  1. Weiterqualifizierung in der Buchhaltung
  2. Nach Weiterbildung ausländische Gäste in Heimatsprache empfangen
  3. Vom Erzieher zum Vikar
  4. Vom Ingenieur zum Busfahrer
  5. Verkäuferin, Gabelstaplerfahrerin, Seniorenbetreuung
  6. Ausbildung zum Elektroniker
  7. Vom Fachpacker zum Staplerfahrer
  8. Umschulung zur Altenpflegerin
  9. Traumjob als Verkäufer
  10. Weiterbildung zum Techniker und Betriebswirt

Alle sind damit Vorbilder und können, andere Menschen motivieren sich auch auf den Weg zu machen.

Startseite > Regionalmanagement > Service > Aktuelles > Arbeitskreis Weiterbildung: Achim-Udo Benner startet durch

Serie des Arbeitskreises Weiterbildung im Verein MitteHessen, Teil 7
Achim-Udo Benner wird wegen veralteter Kenntnisse als ungelernt eingestuft und startet durch.

„In der Ausbildung waren Computer ja noch kein Thema“

29.10.2011 • Die Arbeitswelt von heute wird zunehmend komplexer. Was dem Arbeitnehmer während seiner Ausbildung vermittelt wurde, ist bereits nach wenigen Jahren veraltet. Weiterentwicklungen in Technik und Anwendungsverfahren machen es notwendig, Berufsbilder anzupassen, veraltete Berufsbilder umzuwandeln oder gar ganz wegfallen zu lassen. Die Folgen können gravierend sein. Diese Erfahrung machte auch Achim-Udo Benner.

Portrait von Achim-Udo Benner

Achim-Udo Benner

Der heute 39-Jährige absolvierte Ende der 1980er Jahre eine Ausbildung zum Handelsfachpacker und lernte damit einen Beruf, den es seit 2004 gar nicht mehr gibt. Ausbildung ist eine Sache, Erfahrung in einem Bereich eine andere. Doch auch durch Berufspraxis konnte Benner sein Wissen nicht auf dem aktuellen Stand halten. Denn in seinem erlernten Beruf arbeitete der Herborner nur die ersten drei Jahre nach seiner Ausbildung. Anschließend wechselte er zu einer Kaolinmühle nach Burbach.

18 Jahre arbeitete Benner dort, fuhr Radlader und Muldenkipper, bis Anfang 2010 die betriebsbedingte Kündigung kam. „Das war schon hart, ich bin aus allen Wolken gefallen“, erinnert er sich. Noch härter habe ihn aber die Erkenntnis getroffen, dass er in seinem erlernten Beruf auf dem Arbeitsmarkt kaum noch eine Chance haben würde. „Meine Ausbildung war veraltet, viele Kenntnisse waren einfach nicht mehr verwertbar. Trotz Ausbildung wurde ich faktisch als ungelernt eingestuft“, so sein ernüchterndes Fazit. In dieser schwierigen Zeit erwies sich eine Fördermaßnahme der Wetzlarer Agentur für Arbeit für Benner als Glücksfall - auch wenn er anfangs wenig begeistert gewesen sei, wie er heute offen einräumt: „Noch einmal die Schulbank zu drücken, war nicht so mein Fall gewesen. Ich dachte, was ich da lernen werde, habe ich doch früher schon einmal gemacht“. Doch was dann bei dem Wetzlarer Weiterbildungsinstitut Sprache und Bildung auf ihn zukam, habe seinen fachlichen Horizont doch erheblich erweitert: „In der Ausbildung waren Computer ja noch kein Thema, das lief alles über Listen. Außerdem gibt es vollkommen neue Vorschriften und auch der Umgang mit Gefahrgut war neu für mich.“ Mit einem IHK-Abschlusszertifikat und dem Gabelstaplerschein in der Tasche stellte sich Benners berufliche Situation schon besser dar. Erst recht als sich während des Praktikums bei der Firma Rittal in Haiger herausstellte, dass das Unternehmen sich eine Beschäftigung durchaus vorstellen könnte.

Nach sechs Monaten bei einer Zeitarbeitsfirma, ist er seit Mai bei Rittal angestellt. „Derzeit noch mit einem befristeten Vertrag, aber die feste Übernahme ist angestrebt“, erzählt Benner. Auch vor diesem Hintergrund beurteilt er seine persönlichen Erfahrungen mit Weiterbildungsangeboten durchweg positiv: „Fortbildung ist wichtig, auch wenn man sich in einer Branche schon auskennt . Zu lernen gibt es immer etwas Neues.“

Agentur für Arbeit

Die Agenturen für Arbeit beraten Weiterbildungswillige über Fördermöglichkeiten und Förderprogramme. Sie unterstützen nicht nur die berufliche Weiterbildung von arbeitslos gewordenen Menschen, auch für die berufliche Qualifizierung Beschäftigter gibt es eine Vielzahl passgenauer Weiterbildungsangebote. Ob die Arbeitsagenturen zudem die Kosten für eine Qualifizierung im Rahmen der beruflichen Weiterbildungsförderung übernehmen können, hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab. Zum Beispiel davon, ob die Notwendigkeit einer Weiterbildung wegen Qualifikationsdefiziten gegeben ist. Interessenten sollten sich deshalb möglichst frühzeitig bei der örtlichen Agentur für Arbeit beraten lassen. Liegen die Voraussetzungen für eine Förderung im individuellen Fall vor, kann der Antragsteller einen „Bildungsgutschein“ bekommen, mit dem die Übernahme der Kosten zugesichert wird. Ansprechpartner für Fragen der beruflichen Weiterbildung ist die für Ihren Wohnort zuständige Agentur für Arbeit. Beschäftigte können sich auch an die Agentur für Arbeit am Betriebssitz ihres Arbeitgebers wenden.

 
Nach Oben Nach Oben  
PDF PDF  Drucken Drucken  Empfehlen Empfehlen  
| Mehr